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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


21.07.2007 
Lat 60° 26,2' N      Lon 022° 14,3' E
wir segeln den Rest von Nauvo bis Turku
Heute stimmt die VOrhersage der Wetterdienste mal wieder: NW-W 3-4.

Zum Ablegen müssen wir nach Steg-Leinen los den Heckanker herausbrechen - er hält und hält - der Fortress-Anker wird ja auch immer als Anker mit extrem hoher Haltekraft gelobt. Also Anthana s Heck direkt über den Anker navigieren, dann das Ankergurtband kurz auf die Winsch gelegt, angespannt und einer kleiner Motorschub... nun scheint er frei, doch Thomas II beschwert sich über das ungewöhnlich hohe Gewicht - er sei mehr als doppelt so schwer. Nach dem Liften stellt sich heraus, warum: richtige große Schlickbrocken kleben am Anker. Vorsichtig hebt Thomas den Anker auf die Badeplattform und alles wird eingesaut - Yacht und Thomas Klamotten. Er beherzigt Melanies Rat und zieht sich bis auf die Unterhose aus und reinigt mit Heckdusche und Bürste den Anker und das Heck während Melanie geschickt den Anker wieder auseinander baut und in der Backskiste verstaut.

Das Klarieren der Yacht dauert wohl insgesamt eine 1/2 Stunde und dann können wir endlich die Segel setzen und segeln bis in das Fahrwasser von Turku, bestaunen die Bescheidenheit der finnischen Villen auf den Uferfelsen nebst gleichfarbiger Bootsgaragen direkt am Wasser....

Um 1330 machen wir fest und besprechen die Einkaufsliste. Das Einkaufen selbst ist dank des Supermarktes, der nur 200 m entfernt ist, schnell erledigt. Nur Wein und Portwein sind nicht zu bekommen und so sprechen wir wildfremde Menschen auf der Straße an, wo wir einen ALCO-Shop finden können, um unsere Sucht zu befriedigen.


20.07.2007 
Lat 60° 11,7' N      Lon 021° 54,7' E
Ruhige Alandsee
Die Wetterdienste versprechen W-NW 4-5, See 0,5m. Letzeres stimmt, doch der Wind leider gar nicht: ein laues Lüftchen weht gerade ab und an mal und übersteigt noch nicht einmal 1 Beaufort. Dabei will die Crew heute nach Turku / Finnland segeln...

Um 1010 legt Andrea ab und das bewährte Mädels-Skipperteam navigiert Anthana durch die Anland- und Turku-Schären... hoch konzentriert sind sie dabei - zur Freude des Skippers.

Im Laufe des Vormittags wird es immer unsichtiger - wir aktivieren den aktiven Radarreflektor und die Navilichter. In der Regenzeit von 1200-1400 (Bordzeit - Ortszeit ist schon eine Stunde später) spannen wir das Bimini auf - so können wir im Cockpit relativ trocken bleiben. Nach dem Regen kommt endlich ein bißchen Wind auf (1-3 Beaufort) und wir können die Segel setzen. Allerdings kommen wir so nicht schnell genug voran uind wir verkürzen das Tagesziel auf den nächst verfügbaren Hafen: Nauvo. Dort kommen wir gegen 1800 an und alle Heckbojenliegeplätze sind besetzt - auch keine Möglichkeit im Päckchen zu liegen. Allein ein Platz vor Heckanker ist noch frei. Gern würde der Skipper den Buganker nutzen und mit dem Heck zum Steg liegen, aber der Platz reicht nicht, da eine Nautic Swan schon mit dem Heck zum Steg liegt - wie sich später heraus stellt schon seit einer Woche, da sein Autopilot defekt ist.

Also müssen wir unseren Heckanker zusammen bauen und klarieren. Dies dauert nur 20 min und wir können das Anlegemanövedr starten. Bei ca. 3,5m Wassertiefe lassen wir ca. 2 Schiffslängen vor dem Steg den Fortress Heckanker fallen, doch er schliert zunächst und fasst nicht. DOch dann ein Ruck und er greift und scheint sich einzugraben. Vorne gut ausgefendert schieben wir uns zwischen die festliegenden Yachten an den Steg... nach dem Anleger genießen wir die Abendsonne und den sich bewölkenden Himmel...


19.07.2007 
Lat 59° 56,4' N      Lon 020° 53,2' E
Mitsegeln für den Skipper
Schon wieder Sturmwarnung für usner Seegebiet, doch Windfindcer.com ist detaillierter: für 0900 UTC WNW 20-24kn, für 1200 UTC 16-24 kn, für 1500 UTC 10-16 kn und für 1800 06-10 kn.

So laufen wir um 1010 aus - unser finnischer Landlieger schaut im übrigen bei weitem nicht mehr so unentspannt wie wir vorgestern trotz bester Vorbereitung bei ihm anlegten. Er bekommt mit, wie gut wir uns auf das Ablegemanöver vorbereiten und die Aufgaben einteilen und bleibt jetzt ganz locker...

Ablegen und raus aus dem Hafen macht noch der Skipper und anschließend löst das Skipperteam aus Melanie, Gisela und Andrea alle Aufgaben von der Navigation, Kartenarbeit und Rudergehen. Ein, zwei Stunden bleibt der Skipper noch aufgeregt meistens daneben stehen doch dann legt er sich einfach im Cockpit hin. Das Skipperteam navigiert sauber zwischen allen Schären von Mariahamn bis Kökar/Sandvik hindurch: zunächst mit südlichen Kursen Aland und Lemland umrunden, dann mit nordöstlichen Kursen an der Westseite von Flisö, Föglö, Nölö R>ichtung Sottunga und endlich nach viel enger Navigation mit SE-lichen Kursen auf Kökar zu. Damit wir morgen nicht viel Zeit verlieren, wählen wir den nördlichsten der drei zur Verfügung stehenden Häfen: Sandvik. Ganz klein und romantisch... Zeit für Träume, Zeit für...


18.07.2007 
Lat 60° 06,031' N      Lon 019° 55,388' E
Sturmtag statt mitsegeln
Heute ist es mal wieder soweit: Sturmwarnung von allen Diensten - naja, wir hatten es ja erwartet. Keine der anderen Yachten läuft aus, keiner der Mitsegler will raus, sondern in Mariehamnen bummeln ... Leider schon der zweite Tag in noch nicht einmal einer Woche... aber was sollen wir machen, das Wetter läßt sich zum Glück nicht von uns ändern. Dieses Jahr ist eh extrem - insbesondere im Vergleich zum letzten: 2 Sturmtage in der gesamten Saison und dieses Jahr schon mehr als 10 Tage... Hoffentlich wird es bald mal besser.

Ist es Frust oder Lust: Später rennen einzelne Crewmitglieder zum Alco-Shop, um noch vor Ladenschlusszeit Portwein zu besorgen, damit wir wieder einen würdigen Anleger haben. Zum Rennen kam es, weil einige zuerst dachten, wir hätten noch knapp über eine Stunde Zeit und vergaßen dabei die gestrige Gemeinschaftsentscheidung, dass MESZ als Bordzeit erhalten bleibt, obwohl Finnland die osteuropäische Zeit (MESZ +1) hat... so blieben dann nur noch wenige Minuten... aber der Laden verlängerte aufgrund des allgemeinen Ansturms die Öffnungszeiten.


17.07.2007 
Lat 60° 06,031' N      Lon 019° 55,388' E
Törn von Ostschweden über den Brückenkopf Aland nach Finnland
Alle Dienste - auch der DWD/Seewetterdienst Hamburg - versprechen uns SW-S 2-3, vorübergehend SE-drehend und zunehmend 4-5.

Beim Auslaufen um 0950 haben wir noch SSE 1-2 doch uns eine Stunde später laufen wir mit Vollzeug unsere NE-Kurse von Furusund nach Mariehamnnen auf Aland, der Hauptinsel der Alands. Der Wind nimmt beständig zu - wir können zwischendurch auch über 8 knoten Fahrt über Grund erreichen und im Hafen Mariehamnen haben wir gegen 1630 um die 5 Beaufort.

Am ersten Steg hätten wir mit einer Bugboje und Heck zum Steg den Wind mehr oder weniger von vorn und den Schwell auch. Doch der rührige Hafenmeister kümmert sich um uns und besorgt uns viel weiter hinten einen Liegeplätz im Päckchen an einer X-Yacht. Später machen dann noch drei weitere Yachten an uns fest - wie wir auch alle mit Landleinen. Der Tipp vom Hafenmeister ist gut, wesentlich weniger Wind und so gut wie kein Schwell erreicht uns, so dass wir eine ruhige Nacht vor uns haben.


16.07.2007 
Lat 59° 39,640' N      Lon 018° 55,101' E
Schärentörn von Stockholm nach Furusund - Kurs Alands
Der Seewetterdienst verspricht uns für heute W 5-6; später abflauend. Schauen wir mal, welche Abdeckungs- und Düseneffekte wir davon in den Schären erleben dürfen.

Um 1015 laufen wir im Sonnenschein aus - bei zunächst schwachem Wind. Der steigert sich, so dass wir noch vor Vaxholm die Segel setzen können - der Wind bleibt zunächst aber noch schwach bis mäßig.

Höhe Norra Ljusterö wechselt er nach kurzem Pausieren von W auf Ost und wir kreuzen uns durch das Schärenfahrwasser - je nach dem, wie es die Untiefen und die Verkehrslage zulassen, mal mit ganz kurzen Schlägen, mal mit langen - ein richtig schöner Segeltörn - sei es für die Seglerherzen oder sei es für die Augen... DIe Schären sind ein wunderschöner Irrgarten und die Ladies kontrollieren mit der Papier-Seekarte aufmerksam den Seekartenplotter und unseren Kurs.

Gegen 1800 kommt der neue Boj Grip zum Einsatz: Furusund bietet einen einzigen langen Steg mit Heckbojen. Alle Plätze sind besetzt - selbst um den schmalen Stegkopf liegen die Yachten halbkreisförmig vor den Heckbojen. Eine Boje ist noch frei und wir schieben uns ganz langsam und vorn gut abgefendert zwischen zwei Yachten. Unterstützt werden wir landseitig von einem netten finnischen Paar, dem wir schon unsere Vorleinen übergeben konnten. Unser schwedischer Nachbar an Steuerbord scheint nicht ganz so begeistert, macht dann aber doch gute Miene zum bösen Spiel. Wir schaffen es nicht ganz bis an den Steg, so dass wir denselben nur über zwei andere Yachten erreichen können.

Die Sanitäranlagen sind ok und bieten mal wieder eine Sauna. Beim Abendessen (Nudeln) genießen wir den Anblick der großen Fähren, die von Stockholm kommend durch das schmale Schärenfahrwasser laufen.


15.07.2007 
Lat 59° 19,58' N      Lon 018° 05,47' E
Sightseeing in Stockholm
Da ist mal wieder ein Starkwind- und Sturmwarnung da - nicht nur für heute, sondern auch noch für zwei weitere Tage der nächsten Woche. Keiner der Crew würde heute auslaufen - der Skipper auch nicht. Schon gestern hatten wir aufgrund der Wetterlage einstimmig beschlossen, das eventuelle Törnziel Tallinn fallen zu lassen, da alle mehr das Thema Entspannung sehen.

Mitsegler werden somit zu Landgängern und erkunden in unterschiedlichen Gruppen Stockholm, gehen joggen oder schlunzen einfach auf der Yacht herum - zum Glück scheint die Sonne trotz des starken Windes. Da wir früh im Hafen sind, bleibt genügend Zeit zum Schnippeln des Gemüses für die Paella, die abends im wunderschönen Abendlicht an Deck serviert wird.


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